Oslo, ein Besuch in der Hauptstadt Norwegens

Auch wenn Oslo auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblickt, seit über 700 Jahren die Hauptstadt Norwegens ist, und die Akersborg teilweise ebenso alt ist, gehört Oslo mittlerweile zu den modernsten Städten des Nordens. Bisweilen hat man das Gefühl, dass sogar das historische Oslo zwischen modernen Hochhäusern verschwindet, und erst auf den zweiten Blick findet man dann auch die wahren Perlen der norwegischen Hauptstadt, die in den kommenden Jahren voraussichtlich 700.000 Einwohner zählen wird, ohne Randgebiete und Vororte.
 
Vom mittelalterlichen Oslo, der ersten Stadt Oslo, die am Oslofjord gegründet wurde und etwa 2000 Einwohner zählte, findet man heute nur noch einige Ruinen, so dass der gegenwärtig älteste Teil, die Akersborg, damals noch am Rande der Hauptstadt lag. Erst nach dem großen Stadtbrand des Jahres 1624 verlegte dann Christian IV. die Stadt zur Gegend um die Festung Akershus und wollte sich durch eine Namensänderung ein Denkmal setzen, denn das neue Oslo erhielt den Namen Christiania, was 1877 dann zu Kristiania wurde. Erst 1925 wurde die größte Stadt Norwegens dann wieder zu Oslo.

Die Geschichte Oslos ist sehr eng mit seinen Nachbarn Dänemark und Schweden verknüpft, denn beide Länder hatten eine sehr lange Zeit über die Entwicklung ganz Norwegens stark beeinflusst und selbst das königliche Schloss in Oslo wurde noch vom schwedischen König Karl Johan begonnen und unter Oscar I. fertiggestellt. Während die Dänen bereits 1814 ihren Einfluss aufgeben mussten, kam die norwegische Unabhängigkeit erst 1905, als die schwedisch-norwegische Union endete.
 
Der große Aufschwung Oslos kam daher während der letzten 50 Jahre der Unionszeit, als Norwegen nur über eine eingeschränkte Autonomie verfügte. Während der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Anzahl der Bewohner Oslos von etwa 30.000 Einwohnern auf 230.000 Einwohner an, da die Stadt über eine ständig steigende Anzahl an Arbeitsplätze verfügte, das Land jedoch mit der Armut kämpfte.
 
Vor wenigen Jahren wurde Oslo zur teuersten Stadt weltweit gekrönt, und noch heute gehört sie grundsätzlich zur Gruppe der teuersten Städte, was jeder Besucher Oslos sehr schnell feststellen kann, denn lediglich die Hotels liegen in etwa auf dem allgemeinen Niveau der nordischen Städte, während die meisten Waren und Leistungen in Oslo um etwa 30 Prozent mehr kosten als in Kopenhagen, Stockholm oder Göteborg, auch wenn die Bewohner der norwegischen Hauptstadt, im Gegensatz zum Besucher der Stadt, auch günstigere Einkaufsquellen und etwas preisgünstigere Restaurants kennen als ein Tourist.

Wer das moderne Oslo besucht, sollte auch daran denken, dass es keinen einheitlichen Norden und kein einheitliches Skandinavien gibt, sondern jedes der Länder über eine eigene Identität, eine eigene Geschichte und eine eigene Tradition verfügt. Gerade diese Unterschiede machen einen Besuch in Oslo, Kopenhagen, Stockholm und Helsinki so interessant. Um Oslo wirklich zu erfühlen, so sollte man sich jedoch etwas vorbereiten und sich nicht direkt in das kalte Wasser stürzen, denn dies würde bedeuten die wirkliche Schönheit und das authentische Oslo zu verpassen.